Habt ihr euch schon für die neuen Features von WordPress 2.8 gestimmt? WordPress hat eine Umfrage gestartet, bei der man seine Feature-Wünsche für das neue Release äußern soll. Es werden dort ca. 35 Punkte genannt, für die man voten kann voten muss (alle Felder sind Muss-Felder).

Mein Votum wurde vom System zurückgewiesen, weil ich nicht bei allen Punkten ein Kreuzchen gemacht hatte. Wer konstruiert denn so einen blödsinnigen Poll? Deutlicher kann man ja kaum sagen, dass die Meinung der User eigentlich egal ist, weil die neuen features sowieso schon feststehen.

Außerdem sind viele der Punkte so allgemein formuliert, dass man nicht einmal weiß (oder viellleicht auch nicht wissen soll), was damit gemeint ist. Klar bin auch ich dafür, die Spezialfelder und die post revisions »zu verbessern«. Wer wäre das nicht? Aber was konkret bedeutet denn das?

Drei Features, die ich mir für WordPress 2.8 wünsche

  1. Nach Kategorien freigebbare Schreibrechte.
    Damit könnte man auf einer größeren Site z.B. einen Veranstaltungskalender von Benutzern füllen lassen, die aber keine Veröffentlichungsrechte im Nachrichtenbereich haben und z.B. auch keine neuen Seiten anlegen können sollen.
  2. Eine Möglichkeit, Widgets per drag’n’drop zwischen den Sidebars zu verschieben.
    Ich finde es ziemlich lästig, dass man ein Widget erst aus einer Sidebar löschen und es dann in der anderen wieder neu anlegen muss. Das ist nicht nur umständlich, oft gehen dabei auch die Einstellungen des Widgets verloren.
  3. Syntax-Highlighting im Theme-Editor.
    Ich gehöre zu den Leuten, die Änderungen am Quelltext des Themes oder an der CSS-Datei im online-Editor vornehmen. Das Rauf- und Runterladen der Dateien per FTP ist mir zu umständlich. Ein einfaches Syntax-Highlighting würde mir dabei das Zurechtfinden in den Sourcen wesentlich erleichtern.

Was sind eure wichtigsten Feature-Wünsche für WordPress 2.8? Habt ihr welche oder seid ihr zufrieden mit der Version 2.7?

Gaza-Krieg goes Web 2.0

5. Januar 2009

twitter-israelNicht nur bei der letzten amerikanischen Präsidentschaftswahl, auch im Krieg zwischen Israel und der Hamas zeigt sich wieder, wie wichtig das Web 2.0 im Kampf um die öffentliche Meinung geworden ist.

Das israelische Verteidigungsministerium hat einen eigenen YouTube-Channel eingerichtet, wo Videos von Angriffen der Israelis auf die Hamas zu sehen sind. Nachdem einige YouTube-User (lt. Fox News Hamas-Anhänger) die Videos als ›unpassend‹ geflaggt hatten, hatte Youtube den Channel kurzzeitig vom Netz genommen. Zwar sind die Videos inzwischen wieder abrufbar, trotzdem plant die israelische Armee laut Fox News ein eigenes Propaganda-Blog, um ihre Videos ungehindert veröffentlichen zu können.

Neben Youtube spielt auch Twitter eine wichtige Rolle. Der Twitter-Feed des israelischen Konsulats in New York hat 3700 Follower.

Mehrere Journalisten liefern über ihre Blogs Informationen direkt aus dem Gazastreifen, wie z.Bsp. Sameh Habeeb und die Kanadierin Eva Bartlett, die sich beide in Gaza aufhalten. Auf wordpress.com wird etwa alle fünf Minuten ein neuer Blogeintrag mit dem Keyword „Gaza“ veröffentlicht und auf Twitter finden sich tausende Diskussionsbeiträge mit dem Schlüsselwort „Gaza“.

Die Accountdaten-Phisher haben es nun auch auf die Twitterer abgesehen. Twitter warnt in seinem Blog vor Phishern, die gefakte Direkt-Messaging-Benachrichtigungen per e-Mail versenden. Klickt man dort auf den Link, gelangt man auf eine fremde Website (Domain: twitter.access-logins.com), wo man seine Twitter-Zugangsdaten eingeben soll.

Offenbar haben das schon viele getan, denn in einer zweiten Welle werden jetzt Phishing-Attacken von den gekaperten Accounts aus gestartet. Twitter hat wohl inzwischen reagiert und die Passwörter der kompromittierten Accounts resettet.

Robert Basic weist zu Recht darauf hin, dass es intelligenter wäre, eine Twitter-Application zu schreiben, um an Accountdaten ranzukommen. (wie mit Twply geschehen)

Habt ihr euch auch geärgert, dass ihr euch die Revolution-Themes nicht runtergeladen habt, als sie noch kostenlos waren? Ich schon, denn Brian Gardners Revolution-Themes gehören zweifellos zu den besten Premium-Themes. Eins davon, dass ich aus der Revolution-1-Serie gekauft habe, habe ich sehr erfolgreich im Einsatz.

Leider werden die Themes der Revolution-Two-Serie seit 1. Januar 2009 nicht mehr zum kostenlosen Download angeboten. Die Einzelversion kostet rund 60 Dollar, die Multi-Packung mit allen Themes rund 150 Dollar. 60 Dollar (umgerechnet rd. 43 Euro) finde ich nicht teuer, sondern bei der hohen Qualität der Themes durchaus angemessen. Trotzdem gibt es eine Möglichkeit, günstiger an die Themes zu kommen:

Man teilt sich eine Lizenz.

Da die Themes – wie auch WordPress selbst – unter der freien General Public License veröffentlicht sind, dürfen sie unter deren Bedingungen beliebig weitergegeben werden, sogar gegen Bezahlung. Also legt eure Euros zusammen und kauft euch gemeinsam ein Theme, dass ihr dann kopieren und weitergeben könnt – völlig legal. Wer möchte, kann sogar die Themes auf der eigenen Website zum Download anbieten, solange nur die GPL beibehalten wird.

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Nachdem mir Akismet letzte Woche einen wertvollen Kommentar in die Spam-Queue sortiert hat, habe ich das PlugIn jetzt ganz ausgeknipst und Sergej Müllers neue Antispam Bee testweise aktiviert.

Jetzt bin ich sehr gespannt, was das fleißige Bienchen alles sammelt. Ein wenig schade ist da nur, dass die Biene kein Protokoll führt. Ganz wohl ist mir dabei ja nicht. Ich habe die Antispam Bee auch nur deshalb installiert, weil sie aus einer Quelle stammt, der ich einen gewissen Vertrauensvorschuss entgegenbringe. Hätte ich das Plugin einfach so im WordPress-Repository gefunden, hätte ich es niemals installiert.

Also meldet euch bitte, wenn zukünftig eure Kommentare hier nicht erscheinen.

Edit: Das Funktionsprinzip der Biene ist übrigens recht einfach und besteht nur aus wenigen Codezeilen. Es wird zunächst per md5 eine eindeutige Id aus der Domain des Blogs erzeugt, nach der dann eine neue, vom Plugin erzeugte Textarea (das große Feld für den Kommentartext) benannt wird. Die ursprüngliche Textarea wird per CSS für den menschlichen Leser, aber nicht für die Bots, unsichtbar gemacht. Der menschliche Kommentator (oder Spammer) füllt das neue Kommentarfeld aus, der Bot das alte, weil er auf den Feldnamen comment programmiert ist und das neue Feld wegen des eindeutigen Namens überhaupt nicht erkennt (Naja, bis die Bot-Coder nachziehen, Hase und Igel).

Das Plugin fragt nun ab, ob die Bot-Textarea leer und die Mensch-Textarea gefüllt ist und übergibt nur dann den Kommentar an WordPress. Wenn es umgekehrt ist, wird der Kommentar gelöscht, indem die entsprechende POST-Variable geleert wird.

Clevere Idee. Ich bin gespannt auf den Erfolg und ob er dauerhaft ist.