Googles dunkle Seite

24. Februar 2010 · 8 comments

Ich habe heute sehr eindrucksvoll eine der Schattenseiten von Google kennenlernen dürfen. Die Geschichte will ich euch mal erzählen.

Heute um ca. 14.00 Uhr erfahre ich, das einige einigermaßen prominente Person von ihrem Amt zurückgetreten ist (nein, es geht nicht um Frau Käßmann). Ich veröffentliche also sofort einen Artikel auf einem von uns betriebenen themenbezogenen Portal, denn das ist eine absolute Topnews. Der Artikel erscheint auch wie gewohnt innerhalb einer Minute auf der ersten Seite im Google-Index.

Die Geschichte zieht dann schnell weitere Kreise. Relativ zügig ziehen dann auch die großen Nachrichtenportale und Zeitungen nach, die aber, weil später erschienen, alle auf den weiteren Plätzen der SERPs landen.

Aufgrund des großen Interesses und der hohen Plazierung in den SERPs zieht mein Artikel eine Menge Traffic. Das geht so weiter bis ca. 19.00 Uhr heute abend. Da ist nämlich mein Artikel plötzlich aus den ersten Seiten der SERPs verschwunden. Ich reibe mir verblüfft die Augen und ärgere mich. Denn an einen Zufall kann ich nicht glauben. Da hat doch die Top-Plazierung jemandem nicht gepasst, der dann bei Google interveniert hat. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Die Stelle, an der der Artikel stand, wurde plötzlich von einem älteren Artikel unseres Portals, in dem dieselbe Person im Mittelpunkt stand, eingenommen. Auf den habe ich dann per htaccess einen temporären redirect zum neuen Artikel gesetzt. Das ging auch eine ganze zeitlang gut, bis ich eben nochmal nachgesehen habe. Wie durch Zauberhand ist auch dieser Ersatzartikel plötzlich aus den SERPs verschwunden.

Ich frage mich nun:
Wer macht so was? Und warum? Vor allem aber: wie?!
Wer hat bei Google einen solchen Einfluss, innerhalb kürzester Zeit Nachrichtenartikel aus den Google-SERPs verschwinden zu lassen?

{ 8 comments }

1 Martin 28. Februar 2010 um 10:03 Uhr

Ja die dunkle Seite von G..gle. Dies ist nicht das einzige Problem, das zeigt, wie manipulierbar zum Teil G..gle ist. Da G..gle von der einfachen Suchmaschine immer weiter zu einem Riesen Kommerz Imperium aufgestiegen ist, bietet sich hier jetzt die Möglichkeit ein paar kleine Belohnungen an diejenigen zu verteilen, die dabei geholfen haben diesen Status zu erreichen. Sowohl Datensammeln als auch solche Manipulationen zeigen, dass nicht jeder das bekommen soll, was ihm eigentlich zusteht.

2 erfolg 8. März 2010 um 18:27 Uhr

goo… ist wie eine rießige krake die ihre mächtigen fangarme überall mit im spiel hat…

3 Andreas B. 12. März 2010 um 17:08 Uhr

Das ist in der Tat sehr seltsam und würde mich unglaublich ärgern. Leider ist Google manchmal nur schwer zu durchschauen. Ich kenne mich allerdings mit den Ranking-Mechanismen nicht ausreichend aus, um beurteilen zu können, was da wohl schief gelaufen ist. Irgendwie ist es auch schwer vorstellbar, dass da jemand so schnell intervenieren kann, unmöglich ist es deshalb aber natürlich noch lange nicht.

4 Reiner 20. März 2010 um 22:05 Uhr

Ich als Lehrer habe gestern einen sehr interessanten Vortrag im Rahmen einer Facharbeit gehört. Es ging um Google als Wirtschaftsunternehmen und schlechten Datenschützer. Der Vortrag hat sehr viele Quellen mit eingeschlossen und kam am Ende auf das Fazit, dass Google immer mit Vorsicht zu genießen ist und man nie zu viel von sich verraten sollte.

5 Martin O. Hamann 29. März 2010 um 06:01 Uhr

Na, sei froh dass es nicht um „Käßmann“ ging, das(!) wäre ärgerlich gewesen. Naja….
Außerdem frage ich mich gerade, ob es schlau war einen temporären redirect auf den Artikel zu setzen, dass könnte nach „mit Gewalt pushen“ ausgeschaut haben.

6 Steffi 3. April 2010 um 09:34 Uhr

Kenne mich damit leider auch nicht so gut aus, aber denke nicht dass man bei Google so schnell was aus dem Index bekommt oder?
Könnte mir eher vorstellen, dass Google deinen Artikel nicht mehr als ausreichend relevant angesehen hat vielleicht.

7 Abro, SEO 29. Mai 2010 um 02:59 Uhr

Da ich mit dem Thema mein Geld verdiene komme ich wohl nicht umher mich kurz einzubringen. Das hört sich nach einem ganz normalen Verhalten an und dort wurde nicht von Hand eingegriffen. Wirklich genaues kann ich im Nachhinein natürlich nur schwer sagen. Mein Standpunkt ist aber:
– Freu dich einfach darüber als erster indexiert worden zu sein und den Traffic abgegriffen zu haben.
– Bei heissen Themen schaut Google nochmal genauer hin.
– Trotz dessen dass du der erste warst hast du Mittelfristig noch lange keine Chance gegen die ganze Linkpower der großen Nachrichtenportale, von denen ein paar schließlich nicht umsonst auch Inhouse-SEOs beschäftigen.
– Natürlich ist dein Ersatzartikel aus den SERPs verschwunden wenn du ihn weitergeleitet hast. Korrekt wäre gewesen dort eine Notiz drüber zu schreiben in dem dein neuerer Artikel verlinkt ist.

8 fdb 29. Mai 2010 um 07:05 Uhr

„Freu dich einfach darüber als erster indexiert worden zu sein und den Traffic abgegriffen zu haben.“ – Als erster indiziert wurde mein Beitrag, aber den Traffic „abgegriffen“ habe ich eben nicht. Das ist doch genau der Punkt.

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