Abmahnung: Stadt Augsburg mahnt Blogger ab

24. November 2009 · 1 comment

Wegen der Verwendung der Domain augsburgr.de hat die Stadt Schilda Augsburg jetzt einen Blogger abgemahnt.

Der 25-jährige Michael Fleischmann hatte die Domain registriert und dann die Stadtverwaltung um Erlaubnis gefragt, die Domain zu nutzen. Statt einer Antwort erhielt er eine Abmahnung mit einer Kostennote über 1890 Euro. Die Begründung: Fleischmann habe eine „Namensanmaßung“ begangen und verwende die Domain widerrechtlich. Und darauf ist die Stadt Augsburg auch noch stolz und fühlt sich im Recht.

Mal abgesehen von der rüden Art der Stadtverwaltung Augsburg (der OB heißt Kurt Gribl), ihre Bürger abzuwatschen, stößt mir an der Sache noch etwas ganz anderes sauer auf. Nämlich der Anspruch der Stadtverwaltung, Namensrechte am Begriff „Augsburg“ zu besitzen. Ich vermute, dass das mit deutschem Recht kompatibel ist und von den meisten anderen Kommunen auch so gehandhabt wird. Trotzdem ist es eine Anmaßung. Die Stadt Augsburg gehört in erster Linie den Bürgern.

Erinnert sich noch jemand, wie die Website der Stadt Münster vor ein paar Jahren aussah? Dort gab es eine Abteilung für die Stadtverwaltung und eine Abteilung für die Bürger, die dort – unter der gemeinsamen Domain muenster.de – ihre eigene Website einstellen konnten. Ganz offensichtlich hatte man in Münster ein anderes, positiveres Verständnis vom Miteinander der Bürger und der Verwaltung. Dort hat „die Stadt“ ihren Bürgern den gemeinsamen Namen nicht vorenthalten, sondern zur Verfügung gestellt. Vorbildlich!

BTW: augsburg.de ist die einzige mir bekannte Website einer Kommune, die Google-Adsense einblendet.

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Stadt Augsburg lenkt ein
25. November 2009 um 15:57 Uhr

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