Buchreview: WordPress professionell einsetzen

4. März 2009 · 5 comments

Was muss man tun, um seine WordPress-Installation für den Einsatz als professionelles Online-Magazin aufzurüsten. Welche Überlegungen müssen angestellt werden und welche Plugins sind nötig? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Buch WordPress professionell einsetzen von Thomas Früter, das erst vor wenigen Tagen bei Data Becker erschienen ist.

WordPress professionell einsetzen

WordPress professionell einsetzen

Angefangen vom Eigenbau eines Themes im Magazin-Stil (2. Kapitel), über die Erweiterung des Workflows zum Redaktionssystem durch Plugins (4. Kapitel) bis hin zur Performance- (5. Kapitel) und Suchmaschinenoptimierung (6. Kapitel) gibt der Autor, Thomas Frütel, eine komplette Anleitung, wie das mit dem Content-Management-System WordPress und seiner Peripherie, d.h. geeigneten Plugins, technisch zu bewerkstelligen ist.

Vorausgesetzt werden dabei grundlegende WordPress- und PHP-Kenntnisse, d.h. man sollte selber schon mal ein WordPress auf einem Server installiert haben. Wer sein Blog bei einem der Bloghoster laufen hat, wird mit dem Buch weniger glücklich werden, kann sich aber den Appetit auf ein selbstgehostetes Blog holen. Eine Anleitung zum Umzug des Blogs auf einen anderen Server ist in dem Buch enthalten.

Was findet ihr im Buch?

Ich habe das 400 Seiten starke Buch an zwei Abenden gelesen. Dabei habe ich aber einiges, was ich schon kannte, nur überflogen. Sehr positiv fand ich, dass Thomas Frütel das Thema wirklich umfassend abhandelt und das Buch technisch auf dem neuesten Stand ist, d.h. es wird die aktuelle WordPress-Version 2.7 verwendet. Der inzwischen überholte Hinweis auf den kostenlosen Download der Revolution2-Themes fällt nicht ins Gewicht.

Beim Lesen habe ich immer wieder Dinge gefunden, die ich noch nicht kannte oder womit ich mich noch nie beschäftigt habe. Von alleine wäre ich z.B. nie auf den Gedanken gekommen, mir mit dem YAML-Builder ein eigenes Theme-Layout zusammenzubauen. Unter uns gesagt halte ich das auch nicht für die glücklichste Idee, den die Premium-Magazin-Themes haben unter Haube schon noch einiges mehr an Funktionen zu bieten als die glänzende Oberfläche vermuten lässt.

Am meisten haben mich die Kapitel über Plugins, Performanceoptimierung und SEO interessiert. Vor allem im Plugin-Kapitel geht es im Abschnitt Erstellung eigener Plugins an die technischen Innereien von WordPress. Es wird das Funktionsprinzip von Plugins vorgestellt und die Schnittstelle zum WordPress-Kern, d.h. die Hooks erklärt. Auch der Widget-API sind ein paar Seiten gewidmet. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, aber das hätte den Rahmen des Buches gesprengt.

Im nächsten Kapitel geht es um den Workflow eines Redaktionssystems. Es werden die verschiedenen Nutzertypen und Rollenmodelle des WordPress-CMS und ihre Berechtigungen vorgestellt und gezeigt, wie man sie mit dem Rolescoper-Plugin verwaltet. Wer immer schon mal Nutzerprofile mit eingeschränkten Freigaben für Mitarbeiter einrichten wollte, erfährt hier wie das geht.

Sehr interessant ist auch das Kapitel Performance-Optimierung unter WordPress. Hat man es mit einem Beitrag mal unverhofft auf die Startseite von Rivva oder Yigg geschafft, erfährt man hier wie man mittels eines Cache-Plugins dem Ansturm gerecht wird. Auf den zwanzig Seiten, die der Minimierung der Serverlast gewidmet sind, erfahrt ihr, wie ihr die Anzahl der HTTP-Requests verringern könnt oder mit einem minimalistischen Notfall-Theme Lastspitzen abfangt, die z.B. nach einer Erwähnung eures Blogs in der Tagesschau auf euch und euren Server zukommen können.

Nach einem Kapitel über SEO, das im Wesentlichen das wpSEO-Plugin von Sergej Müller empfiehlt, folgt das letzte Kapitel, das nochmal alles zusammenfasst und euch den Einsatz des selbstgebauten WordPress-Magazins in der Praxis demonstriert.

Ein paar kleinere Schönheitsfehler hat das Buch dennoch. Für meinen Geschmack werden die Plugins teilweise etwas zu ausführlich abgehandelt. Hier hätte eine straffere Darstellung genügt, die das Prinzip klarmacht – zumal es für den selben Einsatzzweck oft mehrere Plugins gibt. Die dadurch gewonnenen Seiten wären beim Thema WordPress-Sicherheit besser verwendet gewesen, das zwar angesprochen wird, aber noch etwas konkreter hätte ausgeführt werden können.

Gestört hat mich auch, dass dem Autor der grundlegende Unterschied zwischen Kategorien und Tags (Schlagwörter) nicht klar zu sein scheint. Sonst würde er nicht so viel Mühe darauf verwenden, sich mit einem Workaround aus der Misere wieder herauszuwinden, in die er sich durch die falsche Verwendung eines Tags statt einer Kategorie selbst gebracht hat.

Bewertung

Der Autor möchte in seinem Buch zeigen, wie man mit WordPress als CMS ein professionelles Online-Magazin aufzieht. Dazu gibt er gründliche, umfassende und praxistaugliche Anleitungen, die vom Anwender leicht nachvollzogen werden können. Aber nicht nur der professionelle Anwender kann aus dem Buch lernen, auch der Nur-Blogger bekommt wertvolle Hinweise, wie er sein Blog weiter nach vorne bringen kann. Zwar findet ihr vieles davon auch im Internet, aber hier bekommt ihr alles kompakt und sauber strukturiert zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Deshalb ist das Buch eine klare Empfehlung.

Wer mir den Euro Provision gönnt, bestellt das Buch bei Amazon, wer nicht, bekommt es im Buchladen seines Vertrauens. Es kostet 39,95 Euro.

Buchinformationen

Das große Buch WordPress professionell einsetzen
Gebundene Ausgabe: 380 Seiten
Verlag: Data Becker (Februar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3815828031
ISBN-13: 978-3815828038

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