WordPress straft Werbung für Bezahl-Themes ab

14. Januar 2009 · 14 comments

Vor ein, zwei Tagen hat Simon hier einen Kommentar über den Umgang der WordPress-Offiziellen mit Paid Themes geposted, den ich nicht verstanden habe, weil mir der Hintergrund fehlte. Ich wusste einfach nicht, wovon er redet. Heute bin ich zufällig über diesen Thread im WordPress-Forum bei Xing gestolpert und jetzt weiß ich, um was es geht. Ich muss sagen, mir hats erst mal die Sprache verschlagen.

Simon hat vier kostenlose WordPress-Themes im WordPress Directory gehabt. Die haben ihm die Offiziellen dort ohne Vorwarnung rausgeworfen, weil er auf seiner Website Bannerwerbung für fremde Bezahl-Themes gemacht hat!

»Letzte Woche hatte ich eine Mail vom WordPress-Team im Posteingang, in der sie mir mitteilten, dass meine Themes aus der Theme Directory gelöscht wurden, da ich auf dem Blog Werbung für bezahlte Premium Themes hatte.«

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Bestimmen jetzt die WordPress-Leute schon darüber, was man auf seinem eigenen Blog tun darf und was nicht? WordPress.org als Gouvernante und Aufsichtsbehörde in einem? Muss man sich in Zukunft seine Anzeigen von Matt Mullenweg vorab genehmigen lassen?

Besonders pikant dabei ist, dass Brian Gardner, der seine Revolution-Two-Themes zwar unter GPL, aber nicht kostenlos vertreibt, im WordPress Theme Directory sogar ein Werbebanner haben darf. In was für einem Film sind wir hier eigentlich?

Ich wundere mich über den Gleichmut, mit dem Simon das hinnimmt. Auch kann ich nicht nachvollziehen, dass er gleich einknickt (»Auf jeden Fall werde ich in Zukunft diese Werbung nicht mehr einbinden«). Ich hätte da sicher anders reagiert.

Was glaubt dieser Herr Mullenweg eigentlich wer er ist?!

{ 14 comments }

1 Simon 14. Januar 2009 um 15:55 Uhr

Hi Gerd,

meine Reaktion auf diesen Rauswurf ist weder gleichmütig noch bin ich eingeknickt. Ich habe mir diese sehr wohl überlegt. Auch wenn ich damit nicht einverstanden bin, wie WordPress bei der Aktion mit den Theme- und auch Plugin-Autoren umgegangen ist, halte ich nichts davon, jetzt schreiend durch die Blog-Welt zu laufen.

Ich verdiene mit WordPres einen Großteil meines Geldes und stehe nach wie vor dahinter. Es kann ja jeder auf seinem Blog machen, was er will. Nur unter manchen Bedingungen wird man eben dabei bei wordpress.org nicht unterstützt.

Was mir sauer aufgestoßen ist, ist dass die Kommunikation dieser Bedingungen voll gegen die Wand gefahren ist oder einfach nicht stattfand, sondern stattdessen ein Banner für Revolution2 eingebaut wurde, um zu zeigen wo der Open-Source-Hammer hängt. Dieser Banner ist jetzt immer noch da, obwohl auch dort die Themes nur noch gegen Bezahlung heruntergeladen werden können (wenn auch unter GPL). Diese Verhältnismäßigkeit hat sich mir bisher nicht erschlossen und finde ich in einer Open-Source-Community nicht fair.

2 Simon 14. Januar 2009 um 15:59 Uhr

Ich verdiene mit WordPress einen Großteil meines Geldes und kann es nicht mal richtig schreiben 😉

3 fdb 14. Januar 2009 um 16:18 Uhr

Ich habe ein gewisses Maß an Verständnis dafür, wenn WordPress in seinem Verzeichnis keine Themes oder PlugIns haben will, die Geld kosten, weil sie keine Werbung dafür machen wollen. Ich kann auch verstehen, wenn sie Plugins und Themes nicht listen wollen, die nicht freien Lizenzen unterliegen.

Aber wenn sie Themes rauswerfen, die ihre Aufnahmekriterien eigentlich erfüllen, nur weil ihnen die Banner auf der Website des Entwicklers nicht gefallen, hört bei mir jegliches Verständnis auf. Was kommt als nächstes? Der Rauswurf aller Theme-Entwickler, die sich kritisch über WordPress äußern? Die ihre Feeds über Google/Feedburner ausliefern lassen? Oder deren Nase Herrn Mullenweg einfach nicht gefällt?

Die mangelhafte Kommunikation ist natürlich nicht in Ordnung, da gebe ich dir recht. Aber das ist für mich das zweitrangige Problem.

4 Simon 14. Januar 2009 um 16:41 Uhr

Ich denke, für WordPress war die Gefahr zu groß, dass die Directory zu besagter Vermarktungsplattform verkommen könnte. In letzter Zeit war es eben auffällig, dass auch viele Unternehmen ein Theme veröffentlicht haben, nur um Traffic abzuschöpfen oder Backlinks zu generieren. Und auf diese Weise würde die Repository irgendwann zugespammt. Dabei geht der Community-Gedanke eben auf Dauer verloren.

5 Sergej Müller 14. Januar 2009 um 16:43 Uhr

Ich glaube, die WordPress-Jungs haben zu viel und zu lange Google-Fernsehen geschaut. Google bestraft ja auch Projekte, die auf ihren Seiten Links verkaufen.

Der Rauswurf aller Theme-Entwickler, die sich kritisch über WordPress äußern?

Oh ja, dann darf ich nach meinem aktuellen Beitrag über Akismet (da steckt ja Matt persönlich dahinter) mit meinen Plugins nie nie wieder ins offizielle Verzeichnis rein?

Notify find ich gut 😉

6 fdb 14. Januar 2009 um 16:55 Uhr

Du hast sowieso ne WordPress Penalty von -100 😉

7 Sergej Müller 14. Januar 2009 um 17:31 Uhr

Jetzt wo du Robert den Tipp gegeben hast und das ganze deutschsprachige Internet den Akismet-Gegner beim Namen kennen, ist es überhaupt kein Wunder 😉

8 fdb 14. Januar 2009 um 17:35 Uhr

hehe *fg* Mach was aus dem traffic. 😉

9 Sergej Müller 16. Januar 2009 um 09:27 Uhr

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Was mich echt stört, ist die Tatsache, dass Akismet im WP-Verzeichnis bleiben darf und dort auch gepusht wird. Klar, kommt von Matt direkt. Aber wenn konsequent, dann darf Akismet da nicht mehr gelistet sein. Denn: Akismet is free for personal use.

Oder wie seht ihr das?

10 Simon 16. Januar 2009 um 10:07 Uhr

Genau das ist die Verhältnismäßigkeit, die mir fehlt! Und Du hast Recht, der sonst an den Tag gelegte Dogmatismus geht bei eigenen Sachen (s. Askimet) wohl flöten. Werde bald Premium Themes nach dem Modell von Rev2 anbieten. Bin gespannt, was passiert, wenn ich Werbung dafür auf meinem Blog mache.

11 Sergej Müller 25. Januar 2009 um 18:34 Uhr
12 fdb 25. Januar 2009 um 20:37 Uhr

Nein, hatte ich nicht. Danke für den Hinweis. Mir scheint, bei wordpress.org wird jetzt radikal Klarschiff gemacht. Koste es was es wolle und egal, wieviele man damit verprellt. Das ist nicht die feine englische Art, aber als Monopolist kann man sich diese Art von schlechtem Benehmen ja leisten. Siehe Wikipedia, siehe Google, siehe Post, siehe Telekom, siehe Bahn….

13 Thomas 23. November 2009 um 20:41 Uhr

Hi,
also ich muß schon zugeben das WP mir immer unsympatischer wird. Jetzt auch noch das, schier unglaublich! Ich ben entsetzt über diese Methoden, Vieleicht steig ich ja doch bald um. Gruss Thomas

14 Michi 18. Dezember 2009 um 10:47 Uhr

Das ist wirklich unglaublich ! Die sollen froh sein, das so viele WP nutzen und ihnen nicht noch Steine in den Weg legen. Gruss Michi

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