Das siebte Gebot – oder: Dein Lizenzschlüssel ist geklaut, aber wir akzeptieren ihn

22. Dezember 2008

Sergej Müller von wpSEO hat mit seinem Post »Du sollst nicht stehlen« eine sehr interessante Diskussion losgetreten. Er zeigt dort eine Dialogbox, mit der ein Softwarehersteller bei der Installation darauf hinweist, dass der Lizenzschlüssel zwar geklaut ist, er aber trotzdem akzeptiert wird. Der Hersteller möchte damit das Hase-und-Igel-Spiel zwischen Softwareherstellern und Softwarepiraterie unterbrechen und appelliert an das Gewissen der Nutzer. Der Weiter-Button ist witzigerweise mit shame on me beschriftet.

Sergej fragt dann: Was ist eure Meinung dazu? Seid ihr bereit für kostenpflichtige Software zu zahlen oder greift ihr lieber auf die Seriennummern-Börse zu, um so bloß kein Geld für die notwendige Anwendung auszugeben?

Ich wollte meine Meinung dazu erst als Kommentar dort posten, aber dann habe ich mich doch entschlossen, einen eigenen Beitrag draus zu machen.

Ich zahle immer dann für Software, wenn sie gegenüber den kostenlos erhältliche Konkurrenten einen echten Mehrwert bietet und wenn ich den Eindruck habe, dass die Entwickler auch in ein, zwei Jahren noch da sind und mit dem Geld das Produkt weiterentwickeln und supporten. Zum Beispiel verwende ich einen gekauften Mail-Client (The Bat) und einen (früher, heute nicht mehr) kostenpflichtigen Browser (Opera). Einfach deswegen, weil mich die Qualität überzeugt hat. Und ein wenig natürlich auch, weil es immer schon etwas teurer war, einen besonderen Geschmack zu haben – oder wie das in der After-Eight-Werbung heißt. 😉

Bei dem weinerlichen Screenshot in Sergejs Post bin ich etwas skeptisch. Sicher ist da was dran an dem Wettrennen. Aber ich denke, da spielen auch noch Gründe mit, die Hersteller nicht offen sagen. Dem Softwarehersteller wird das schon ganz recht sein, wenn sich sein Marktanteil – und wenn auch nur durch Kopien, an denen er vorerst nichts verdient – vergrößert. So hat das M$ ja auch gemacht. Würde mich auch nicht wundern, wenn der eine oder andere Hersteller zu diesem Zweck kostenlose Schlüssel streuen würde. Das Leben ist ein Haifischbecken und die Softwarebranche sowieso. 😉

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