Thesis – eines der besten Premium-Themes für WordPress

16. Dezember 2008 · 5 comments

Wie schon länger versprochen und von Oliver angemahnt möchte ich heute endlich das hier bei FirstDayBlack verwendete WordPress-Theme Thesis (Live Demo) vorstellen. Was ist so besonderes daran, dass es 87 US-Dollar wert ist? Denn die will der Entwickler Chris Pearson für eine Einzellizenz haben. Es sind mehrere Punkte, die mir an diesem Theme – eigentlich sollte man besser sagen Framework – besser gefallen als an anderen Premium-Themes.

Hervorragende Lesbarkeit

Die wirklich herausragende Lesbarkeit ist für mich der wichtigste Punkt. Die Schriften, Zeilendurchschüsse und das Verhältnis zum Weißraum sind so gut voreingestellt, dass Thesis das am besten lesbarste Theme ist, dass ich kenne. Auch bei großen Bildschirmauflösungen. Ich ertappe mich in letzter Zeit immer öfter dabei, dass ich Beiträge in anderen Blogs nicht mehr zuende lese oder überhaupt nicht erst anfange, weil mich die Winzschriften, die engen Zeilen und der dichtgedrängte Kram um den Text herum schon so sehr nerven, dass ich schnell weiterklicke.

Klar kann man eine bessere Lesbarkeit, wenn man will und viel Zeit hat, durch Bearbeitung der Stylesheets bei anderen Themes auch erreichen. Aber oft zerschießt der Text dann das Grid-Layout und es ist auch nicht jedermanns Sache. Viele möchten sich lieber auf den Inhalt konzentrieren oder trauen sich an die Technik nicht ran.

Eine Auswahl an Blogs, die mit Thesis realisiert wurden (draufklicken zum Vergößern):

Flexibilität und Erweiterbarkeit

Das Thesis-Framework hat eine durchdachte Programmstruktur und ist deshalb leicht an individuelle Anforderungen anzupassen. Das Options-Panel im Admin-Bereich bietet viele Designvarianten an, die man per Knopfdruck auswählen kann. Egal, ob man ein einspaltiges, ein zweispaltiges oder ein dreispaltiges Layout wählt, das Ergebnis sieht immer gleich gut aus.

Besonders intelligent gelöst ist der Mechanismus für individuelle Anpassungen, die über die im Options-Panel auswählbaren Einstellungen hinausgehen. Anfänger können das Theme so wie es ist, out of the box, verwenden und haben ein Blog, das, tja, wie soll man sagen – elegant, clean und aufgeräumt aussieht. Wer höhere Ansprüche an ein individuelles Layout hat, kann Thesis als Site-Framework verwenden und das Design komplett umkrempeln. Dazu verwendet man für das CSS eine separate Datei custom.css und für selbstgeschriebene Funktionen die Datei custom_functions.php. Der Clou daran ist, dass man umfangreiche Änderungen vornehmen kann, ohne an die Thesis-Core-Dateien ran zu müssen. Auch bei späteren Theme-Updates (die man kostenlos bekommt) gehen so die Individualisierungen nicht durch Überschreiben der Dateien verloren. prominentestes Beispiel eines Blogs, das mit Thesis realisiert wurde, ist wohl der Copyblogger.

Interessant ist auch die Flexibilität der Multimediabox. Das ist die Box oben rechts. In der Standardeinstellung zeigt sie wechselnde Bilder an, aber sie kann im Admin-Bereich auch für andere Zwecke (Videos, Google Adsense etc.) konfiguriert werden. Man kann sie für jeden Post und jede Seite separat einstellen. Dazu gibt es aber einen separaten Beitrag.

Und natürlich die Hooks. Jetzt hätte ich doch fast die Hooks vergessen. Hooks, deutsch Haken, sind besonders markierte Stellen im Quelltext, in die Programmerweiterungen eingehängt werden können. Meistens passiert das durch PlugIns. WordPress hat selbst schon einige Hooks an Bord, aber Thesis hat noch weitere 32 Thesis-Hooks mit dabei. Auf die Hooks kann mittels selbst geschriebener Funktionen (keine Angst, das ist einfacher als es klingt) zugegriffen und zusätzliche Inhalte in das Theme eingefügt und auch wieder herausgenommen werden – ohne die Quelldateien selbst anfassen zu müssen. Natürlich gibt es zu den Hooks, wie auch zu anderen Themen, umfangreiche Hilfe im Thesis-Handbuch und im Forum.

Suchmaschinenfreundlichkeit

Thesis hat einen sehr schlanken, gut strukturierten HTML-Quellcode, der von den Suchmaschinen problemlos gecrawlt und indiziert werden kann. Das Wichtigste, der Content-Bereich, steht im Quelltext ganz oben, egal welche Layout-Variante man wählt. Allein dadurch ist schon eine hohe SEO-Optimierung gegeben, die man vergleichbar oft nur bei anderen hochwertigen WordPress-Themes findet (z.B. bei Brian Gardners Revolution-Themes). Verbessern kann man die Suchmaschinenfreundlichkeit von Thesis noch durch SEO-Plugins. Auch dazu folgt ein weiterer Post (→ Das Thesis-Theme aus SEO-Sicht).

Support

Wer stolzer Besitzer einer Thesis-Lizenz ist, bekommt die weiteren Updates umsonst (z.B. steht die Auslieferung von Cosmo, der alternativen Theme-Oberfläche im Magazin-Stil, bevor) und natürlich Support. Es gibt eine sehr aktive Thesis-Community, die bei Problemen schnell weiterhilft (Forum), und nicht zuletzt ist auch Chris Pearsons ansteckende Begeisterung ein Grund, auf Thesis umzusteigen und das Framework nie mehr zu wechseln – nur noch das Layout. Oder um es an einem Auto zu verdeutlichen: Karosserie und Lackierung wechseln, Chassis und Motor bleiben.

Fazit

Thesis ist ein gut durchdachtes und strukturiertes WordPress-Framework, das für Anfänger leicht zu bedienen ist, aber auch dem fortgeschrittenen Anwender kaum Wünsche offen lässt. Es kostet zwar 87 US-Dollar, ist aber wegen seiner guten Ausstattung, seiner Suchmaschinenfreundlichkeit und seiner hohen Flexibilität seinen Preis wert. Wer es einmal hat, möchte kein anderes mehr haben.

Thesis rockt! Get Thesis · Live Demo

{ 5 comments }

1 martinwaiss 19. Dezember 2008 um 20:37 Uhr

Ich habe Thesis auch sehr lange beäugelt, vor allem weil ich öfters bei SugarRae vorbeischaue, weil mir die klare Informationsarchitektur sehr gut gefällt. Es ist nüchtern und straight-forward, sehr übersichtlich.

Was mir weniger gefällt ist die m.E.n. verschwenderisch große Headergrafik kombiniert mir dem gleich darunter folgendem Bild – meistens auch noch Werbung. Das ist mir ein wenig zu viel auf einmal. Mir ist klar, daß es bestimmt auch anders angeordnet werden kann, aber bei den meisten Umstezungen ist es genau so wie z.B. bei SugarRae.

Ebenfalls vermisse ich bei Thesis und vielen anderen Themes die irgendwie vergessene Visualisierung der neuen Beiträge mit Grafiken und Bildern. Ich kann aus meiner mehrjährigen redaktionellen Praxis bestätigen, daß das Klische über „Ein Bild ist Tausend Worte Wert“ ausnahmsweise ziemlich ins schwarze trifft. Und obwohl es selbstverständlich von Thema und Publikum abhängt, finde ich viele sehr interessante Blogs allzu öde, wenn sie mich immer ausschließlich mit Text und nix als Text überschütten. Geschmacksache halt.

Bez. Brian von Copyblogger – falls du sein ursprüngliches Theme gekannt hast – das war sehr einfach und elegant, passend zum Copywriting – ich verstehe bis heute nicht wie er es inklusive der Thesis so „verhunzen“ konnte. Ich muss zugeben, daß ich seit dem Redesign bei ihm immer seltener vorbeischaue…

Bei dir gefällt mir der Header schon wesentlich besser, kombiniert mit dem klaren Logo wirkt der Whitespace sehr beruhigend. Das ist z.B. im Vergleich zu Arthemia wesentlich übersichtlicher.

2 fdb 19. Dezember 2008 um 20:56 Uhr

Naja, den Headerschriftzug habe ich selbst gestrickt. Drum bin ich auch mehr als unzufrieden damit. Ich bin eben kein Grafiker und das sieht man auch. Ich wollte einfach, dass das Blog aussieht wie eine Zeitungsseite. Arthemia ist ja mehr ein Magazin-Theme.

Das gute an Thesis ist, dass es eigentlich mehr ein Framework als ein Theme ist. Das heißt, man kann es nach Belieben umstricken. Auch so, dass man es hinterher überhaupt nicht mehr als Thesis identifizieren kann (siehe Tip’d). Es ist dann eher so eine Art Middleware zwischen der untersten Ebene, dem Content, und der obersten Ebene, dem Layout. Auf der anderen Seite kann es der ungeübtere oder einfach nicht daran interessierte Blogger auch einfach so verwenden wie es ist. Out of the Box. Das tun wohl die meisten (mit mehr oder weniger großen Änderungen) und das ist dann auch relativ einfach zu erkennen.

Ich hatte sowieso vor, mal einen Showcase von besonders gelungenen Thesis-Mods zu posten.

»vergessene Visualisierung der neuen Beiträge mit Grafiken und Bildern« – Das verstehe ich nicht ganz. Was meinst du damit?

3 dan 25. Dezember 2008 um 15:38 Uhr

Gibt es eine Möglichkeit Thesis einzudeutschen?

4 fdb 26. Dezember 2008 um 13:30 Uhr

Bisher nicht. Es ist aber geplant. »Internationalization is a big deal, and it’s definitely part of Thesis’ future.«

5 Thesis 20. März 2010 um 03:39 Uhr

Thesis ist echt ein hammer Theme, wie schwer wär es denn selbst eine de datei zu machen..?

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